Yen gerät in eine Abwärtsspirale 

Die japanische Währung wird angesichts eines steigenden Leistungsbilanzdefizits weiter unter Druck geraten.

Der Wert des japanischen Yen wird in den kommenden Monaten und Jahren weiter fallen, erwarten die Devisenbroker von FXCM. Das Leistungsbilanzdefizit des Landes werde weiter steigen, unter anderem weil Japan nach der Reaktorkatastrophe Energie im Ausland kaufen muss. Damit sei Japan zunehmend von ausländischen Gläubigern abhängig.

Mit einer zukünftigen Inflationserwartung bei gleichzeitig unsicherer Wirtschaftsentwicklung werden die ausländischen Investoren höhere Zinsen einfordern. Die japanische Notenbank werde dann mit verstärkten Anleihekäufen gegensteuern müssen, was zu einem schwächeren Yen führe. "Der Effekt, dass Leistungsbilanzdefizite über die verstärkte Nachfrage nach den Exportwährungen zu einer Schwächung der eigenen Währung führen, wird also im Fall Japans durch die Geldpolitik noch beschleunigt. Denn wenn das mit 260 Prozent des Bruttoinlandsprodukts verschuldete Land eines tun muss, dann ist es die Abwendung der Gefahr steigender Zinsen.

Beschleunigte Abwärtsbewegung
Die Spirale eines fallenden Yen werde sich also weiter drehen, so die Broker. Sie wird ihr Tempo beschleunigen, wenn die Investoren genau diesen weiter fallenden Yen auch für die Zukunft befürchten. Denn wer möchte schon gern in einer Währung investiert sein, die zunehmend an Wert verliert, egal in welcher Anlageklasse. Wann das Tempo des Wertverlustes der japanischen Währung anziehen wird, sei zwar noch ungewiss. Aber auch nach einer langen Periode einer vermeintlichen Stabilisierung kann es sehr schnell gehen, und die zu Jahresbeginn prognostizierten 120 US-Dollar pro Yen werden schon in den kommenden zwölf Monaten erreicht. Ein Auslöser könne der Ausstieg der US-Notenbank aus ihrem Anleihekaufprogramm sein.

Quelle: Fondsprofessionell, 20.08.2013