Verbraucherschützer fällen vernichtendes Riester-Urteil 

Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat Riester-Produkte untersucht und kommt zu einem vernichtenden Ergebnis. Die Kosten seien in den meisten Fällen deutlich zu hoch.

 

Die Kosten für die Riester-Rente sind in den meisten Fällen zu hoch, was die Rendite gewaltig schmälert. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV). Die Experten analysierten insgesamt 18 Produkte verschiedener Anbieter mit Laufzeiten von zwölf, 20, 30 und 40 Jahren Laufzeit anhand der Produktinformationsblätter für Musterverträge. Dabei handelte es sich sowohl um klassische Rentenversicherungen wie auch um fondsgebundene Modelle.

Die Verbraucherschützer fanden heraus, dass die Effektivkosten, also die durch die Kosten des Produkts entstehende Wertminderung, in der Mehrheit der Fälle höher war als der Wert, der sich aus den Annahmen des Alterssicherungsberichts der Bundesregierung ergibt. "Im Extremfall sind die Kosten um das Fünffache höher", heißt es in der VZBV-Analyse. Günstiger waren im Test je nach Laufzeit keines oder im besten Fall nur zwei der 18 Angebote.

Produkte erfüllen Erwartungen nicht
Von wenigen Ausnahmen abgesehen würden von den Anbietern Produkte angeboten, "die die Erwartungen der Politik an kosteneffiziente Angebote zur kapitalgedeckten Altersvorsorge nicht erfüllen", so die Verbraucherschützer. "Wir sind bei der Vielzahl der Produkte angesichts der Kosten weit davon entfernt, ausreichend Kapital für die private Absicherung neben der gesetzlichen aufzubauen“, kritisierte die Leiterin des VZBV-Finanzmarktteams, Dorothea Mohn, einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) zufolge.

Das Bundesarbeitsministerium weist laut FAZ darauf hin, dass es sich im Alterssicherungsbericht um modellhafte Berechnungen handele und nicht um Prognosen. Es gehe darum, "das Spektrum künftiger Veränderungen, die letztlich bei jedem Einzelfall individuell verschieden sind, auf wesentliche Erkenntnisse zu verdichten."

Quelle: Fonds Online, 04.01.2018