Studie: Flugzeugfonds halten stabilen Kurs 

Die Schlagzeilen rund um S&K und die Misere der Schiffsfonds setzen der Beteiligungsbranche zu. In einer Nische immerhin gibt es wenig zu meckern: Die meisten Flugzeugfonds konnten bisher liefern, was ihre Anbieter versprochen haben, zeigt eine Auswertung der Analysten von Fondsmedia.

Die meisten Flugzeugfonds konnten ihre Prognosen bislang erfüllen. Diesen Schluss legt eine Studie nahe, die das Hamburger Analysehaus Fondsmedia jüngst veröffentlicht hat und die FONDS professionell Online vorliegt.

Operative Flugzeugfonds sind ein recht neues Produkt auf dem Markt der Beteiligungsmodelle. Zwar wurde schon in den 1990er Jahren eine Reihe von Flugzeugleasingfonds emittiert, diese dienten jedoch als Steuerstundungsmodelle und zielten nicht auf nennenswerte Cashflows für die Anleger ab. Die neuen Fonds dagegen sind auf Rendite getrimmt. Bislang geht die Rechnung für Investoren in aller Regel auf.

Die Fonds konnten sparsamer wirtschaften als geplant
Fondsmedia untersuchte 53 Beteiligungsmodelle von elf Initiatoren, darunter die Marktführer Dr. Peters und Doric Asset Finance. In diese Fonds haben Anleger insgesamt 2,2 Milliarden Euro investiert, mit Darlehen beläuft sich das Investitionsvolumen auf 4,9 Milliarden Euro. Damit bildet die Studie zwar nicht den gesamten Markt ab, bietet aber doch einen guten Überblick. Stichtag der Untersuchung ist der 31. Dezember 2011 – neuere Leistungsbilanzen liegen noch nicht vor.

Die Einnahmen der untersuchten Fonds liegen kumuliert bei 1,18 Milliarden Euro. Damit haben sie den im Prospekt prognostizierten Planwert um 2,3 Prozent unterschritten. Mit Blick auf die Ausgaben liegt die Abweichung bei 4,8 Prozent – die Fonds konnten also etwas sparsamer wirtschaften als geplant.

Wenige Ausrutscher nach unten
Die Auszahlungen an die Investoren liegen bei 96,6 Prozent des Soll-Wertes. Das ist ein Minus, mit dem die Branche mit Blick auf die Probleme in anderen Fondssegmenten alles in allem zufrieden sein dürfte. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass hin und wieder auch Flugzeugfonds für Negativschlagzeilen sorgen: Die Insolvenz der kleinen Airline Hamburg International hat drei Beteiligungsmodelle von Wölbern Invest und Llyod Fonds schwer getroffen. Die Ergebnisse dieser Fonds sind in der Analyse berücksichtigt, fallen im gesamten Portfolio allerdings kaum ins Gewicht.

Positiv für Anleger ist, dass die Fonds ihre Kredite im Schnitt etwas schneller tilgen konnten als geplant. „Die realisierten Tilgungen liegen leicht oberhalb der Prospektprognosen, was überwiegend auf gegenüber den Prospektplanungen vorzeitige Flugzeugablieferungen zurückzuführen sein dürfte“, schreiben die Fondsmedia-Analysten. Die bilanziellen Liquiditätsreserven lagen zum Stichtag gut 20 Prozent über Plan, was für einen Sicherheitspuffer sorgt.

Abgerechnet wird zum Schluss
Fondsmedia-Chef Peter Kastell hat eine Erklärung für die soliden Ergebnisse: „Kennzeichnend für operative Flugzeugfonds sind langfristige Leasingerlöse und die gleichzeitige Kostenübernahme durch die Airlines als Leasingnehmer. Laut unserer aktuellen Auswertung belaufen sich die operativen Überschüssen auf 99 Prozent der Ursprungserwartungen.“ Entsprechend fielen auch die Auszahlungen in fast allen Fällen planmäßig aus. „Solange die vertraglichen Pflichten aus dem Leasingvertrag eingehalten werden, können Anleger insofern beruhigt schlafen“, sagte er gegenüber FONDS professionell Online.

Abgerechnet wird allerdings zum Schluss – erst mit dem Flugzeugverkauf steht fest, welches Ergebnis der Anleger mit seinem Investment erzielt hat. Kastell: „Aus unserer Sicht ist anzunehmen, dass sich die Betriebsphase für den Fall von unerwarteten Preiseinbrüchen verlängert. Die Fondsgesellschaften müssen ja nicht zwangsweise in einem Preistief ihre Asset veräußern.“

Quelle: Fonds professionell, 22.03.2013