Studie: Deutsche verdienen und sparen mehr 

Seit vergangenem Jahr legen die Deutschen wieder mehr Geld für schlechte Zeiten zurück. Die Sparquote wird auch in 2011 und den nächsten Jahren stabil bleiben, so eine Studie des Bundesverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR). Der Trend zu Sachwerten schlug sich deutlich in der Statistik nieder.

Das Finanzvermögen der Bundesbürger stieg im vergangenen Jahr um 212 Milliarden Euro auf 4.639 Milliarden Euro, ein Plus von 4,8 Prozent. Der Anstieg fiel damit etwas höher aus als in 2009. Im Durchschnitt verfügte in 2010 jeder private Haushalt in Deutschland über ein Geldvermögen von rund 115.400 Euro.

Diesem Vermögen stand eine durchschnittliche Verschuldung pro Haushalt von 38.200 Euro gegenüber. Die Zunahme der Verbindlichkeiten um 100 Euro fiel aber kleiner aus als der Anstieg der Einkommen der Bundesbürger. Im Verhältnis zum verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte verringerte sich der Schuldenstand pro Haushalt auf 96 Prozent und erreichte damit den niedrigsten Stand seit 15 Jahren.

Nach Angaben des BVR verfügten die privaten Haushalte im Jahr 2010 zusätzlich zum Geldvermögen über ein Sachvermögen in Höhe von rund 6.770 Milliarden Euro. Das Netto-Vermögen der Bundesbürger für das Jahr 2010, also die um die Verbindlichkeiten bereinigte Summe der Geld- und Sachvermögen, lag damit bei rund 9.873 Milliarden Euro.

Deutsche sparen wieder mehr
Die Deutschen haben nicht nur mehr verdient, sie sparen auch wieder mehr: Die Sparquote - das Verhältnis von Sparsumme und verfügbarem Einkommen - ist in 2010 um 0,2 Prozentpunkte auf 11,3 Prozent gestiegen, im Jahr 2009 war sie noch um 0,6 Prozentpunkte gesunken.

Die privaten Haushalte verfügten im Jahr 2010 über eigene Anlagemittel in Höhe von 194,5 Milliarden Euro. Zuzüglich aufgenommener Kredite in Höhe von 4,9 Milliarden Euro standen den Bundesbürgern insgesamt 199,4 Milliarden Euro für die Sach- und Geldvermögensbildung zur Verfügung.

Der Trend zur Investition in Sachanlagen war dabei statistisch deutlich nachweisbar: Die Deutschen legten 45,7 Milliarden Euro in Sachanlagen wie Immobilien an – 10 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig nahmen die Bundesbürger erstmals seit 2004 netto wieder mehr Kredite auf als sie tilgten. Der Zuwachs fiel mit 4,9 Milliarden Euro allerdings ausgesprochen maßvoll aus.

Bankprodukte erhalten großen Zuspruch
Top-Favoriten der deutschen Sparer waren in 2010 die Banken. Ihnen flossen bei der Geldanlage der Bundesbürger mehr als die Hälfte aller Mittel zu. Dabei verzeichneten Sichtguthaben mit 75,7 Milliarden Euro die höchsten Zuwächse unter den Bankprodukten. Hauptgrund hierfür dürfte das niedrige Zinsniveau gewesen sein.

Nachdem seit 2006 in jedem Jahr ein Abfluss von Privatanlegern aus Investmentfonds zu verzeichnen war, verzeichnete diese Anlageklasse in 2010 wieder einen Netto-Zufluss von 10 Milliarden Euro. Bei Aktien und sonstigen Anteilsrechten war der Zufluss das zweite Jahr in Folge positiv. Nach 20,4 Milliarden Euro in 2009 flossen nunmehr 18,9 Milliarden Euro an neuen Mitteln zu.
Quelle: 12.10.2011, Das Investment