Studie beweist: Buffett ist einfach der Größte 

US-Investorenlegende Warren Buffett hat auf lange Sicht besser als alle US-Aktienfonds oder langlebige US-Einzel-Vergleichstitel abgeschnitten, wie eine aktuelle Studie beweist.

Wer einmal mehr auf das Orakel aus Omaha tippt, wird nicht enttäuscht: Warren Buffett, Altmeister der fundierten Spekulation, hat mit Berkshire Hathaway auf lange Sicht besser als alle US-Aktienfonds oder langlebige US-Einzel-Vergleichstitel performt, wie eine kürzlich veröffentlichte Studie des National Bureau of Economic Research (NBER) nachweist.

Ertragreiches Research, gepaart mit Leverage
Buffetts Vorsprung liegt dabei auf dem Gebiet des Research, das sein Erfolgsgeheimnis darstellt. Er entdeckt immer wieder ertragsreiche, unterbewertete Qualitätsaktien mit niedrigem Kurs-Buchwert-Verhältnis und verhältnismäßig geringer Volatilität, die eine aktionärsfreundlichen AUsschüttungspolitik betreiben. Dazu kommt noch der Einsatz von Leverage, den die Autoren Andrea Frazzini, David Kabiller und Lasse Heje Pedersen in ihrer Arbeit "Buffetts Alpha" auf 1,6 Mal im Schnitt schätzen.

Doppelt so hohe Sharpe Ratio als Markt und Konkurrenz
Die NBER-Untersuchung zeigt, dass Buffett seit 1976 auf eine Sharpe Ratio von 0,76 kommt, während der Aktienmarkt nur auf einen Wert von etwa der Hälfte, konkret 0,39 kommt. Buffetts Investmentvehikel stellt damit auch alle 196 US-Aktienfonds in den Schatten, die seit 30 Jahren auf dem Markt sind, denn diese schaffen bei der Sharpe Ratio nur einen Medianwert von 0,37.

Die Autoren untersuchten noch den Block gelisteter und nicht gelisteter, also der komplett privat gehaltenen Aktien, getrennt von einander. Dabei stellte sich heraus, dass die kotierten Titel am besten abschnitten. Daraus folgern die drei Wissenschaftler, dass für die erziele Performance Buffetts die Aktienselektion wichtiger sei als der Druck auf kopmlett beherrschte Unternehmen, deren Management zu verstärken. 

Traditionelle Risikofaktoren
Berkshire Hathaways signifikantes Alpha beruht auf traditionellen Risikofaktoren. Die Autoren stellten mit Hilfe von Regressionsanalysen fest, dass das Alpha dann insignifikant wird, wenn die Performance anhand der Exposure zu den Variablen "Wetten gegen Beta" und "Qualität minus Junk" kontrolliert wird. Dazu kommt dann noch Exposure zum Leverage wegen gehebelter Investments.

Die Kombination auf günstig bepreisten Qualität und Hebel machte das Erfolgsgeheimnis aus, von Glück oder Magie könne nicht die Rede sein, so die Autoren abschließend. Jedenfalls fanden die Forscher keine langlebige US-Aktie, die seit 1976 besser als Berkshire Hathaway abgschnitten hätte.

Quelle: Fonds professionell, 09.12.2013