Rohstoffversorgung bleibt 'Achillesferse' der Wirtschaft 

HANNOVER (dpa-AFX) - Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) sieht den Industriestandort Deutschland durch ernste Versorgungsengpässe bei Rohstoffen be­droht. In den kommenden Jahren könnte die Planungssicherheit der Unternehmen einge­schränkt werden, warnte die Bundesanstalt in einem am Montag veröffentlichen Bericht zur Lage der Rohstoffversorgung in Deutschland. Die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt muss­te 2012 mineralische Rohstoffe und Energierohstoffe im Wert von rund 150,5 Milliarden Euro einführen und damit 6,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

"Die Versorgung mit Rohstoffen bleibt die Achillesferse für den Technologiestandort Deutschland", kommentierte BGR-Experte Volker Steinbach die Daten. Die heimischen Unternehmen bleiben auf funktionierende Rohstoffmärkte angewiesen, wie es hieß. Dabei stelle auch der Einfluss der Spekulation an den Märkten die von Importen abhängige deutsche Wirtschaft vor neue Herausforderungen.

"Wie in den Jahren zuvor machten die Energierohstoffe den größten Teil der Importausgaben aus", so der BGR. Laut den Experten betrugen die deutschen Rohölimporte im vergangenen Jahr 93,4 Millionen Tonnen. Das sind 2,9 Millionen Tonnen oder 3,2 Prozent mehr als 2011. Über 60 Prozent der deutschen Ölimporte stammen aus Russland, Großbritannien und Norwegen.

Dagegen förderte Deutschland 2012 laut dem Bericht 198,8 Millionen Tonnen Braunkohle, Steinkohle und Erdöl. Im Jahr zuvor lag die Produktionsmenge bei 191,3 Millionen Tonnen. Das Produktionsvolumen der mineralischen Rohstoffe verharrte 2012 unverändert zum Vorjahr bei etwa 605 Millionen Tonnen.

Trotz der höheren deutschen Fördermenge an Energierohstoffen 2012 sieht die BGR eine "natürliche Erschöpfung der heimischen konventionellen Erdöl-und Erdgasvorkommen". Gemeinsam mit dem Auslaufen der Steinkohlesubventionierung sei auch zukünftig von einem weiteren Anstieg der Importabhängigkeit Deutschlands bei Energierohstoffen auszugehen, heißt es weiter in dem Bericht. Immerhin könne der zunehmende Trend zum Recycling einen deutlichen Beitrag zur Verbesserung des Rohstoffangebots in Deutschland leisten.

Quelle: Fundresearch, 04.12.2013