Moody's und S&P entgehen Klage wegen falscher Ratings 

Die beiden amerikanischen Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's (S&P) haben eine Schadensersatzklage gegen sich wegen fehlerhafter Ratings durch einen Vergleich und Geldzahlungen abwenden können.
Eine Schadensersatzklage gegen die Ratingagenturen Moody’s und Standard & Poor’s (S&P) wegen fehlerhafter Ratings wurde in den USA mit einem Vergleich und Zahlungen seitens der beiden Agenturen in unbekannter Höhe beigelegt. Nach mehreren Medienberichten, unter anderem der Nachrichtenagentur Reuters, haben Firmensprecher am Freitag die Einigungen bestätigt. Details der Vereinbarungen wurden nicht bekanntgegeben.

Aufsehen erregendes Verfahren
Das Verfahren hatte im August 2012 für Aufsehen gesorgt, da zum ersten Mal eine Klage von Investoren wegen fehlerhafter Ratings zugelassen worden war. In dem Streit ging es um sogenannte strukturierte Wertpapiere, denen häufig Schuldtitel oder Hypotheken geringerer Qualität zugrunde lagen. Sie verloren im Zuge der Finanzkrise massiv an Wert. Die Anleger legten Moody’s und S&P zur Last, sie in die Irre geführt zu haben durch übertrieben gute Bewertungen für diese Wertpapiere.

Die New Yorker Richterin Shira Scheindlin hatte sich im vergangenen Sinner gegen die Argumentation der Agenturen gestellt, die ihre Ratings als eine Meinungsäußerung bezeichnen, die ein in der amerikanischen Verfassung verankertes Grundrecht sei. Scheindlin schrieb dagegen in ihrer Begründung, dass es sich bei Ratingurteilen zwar nicht um objektiv messbare Darstellungen von Tatsachen handele. Andererseits seien Ratings auch keine bloßen Meinungen, sodass die Noten der Ratingagenturen daher als "faktenbasierte Meinungen" betrachten werden müssten. Rechtsexperten in den USA hatten die Entscheidung als eine Neubewertung von Kreditbewertungen bezeichnet, die den Weg erfolgreiche Klagen gegen die Agenturen hätte frei machen können.

Verurteilung in Australien
In Australien ist S&P dann auch im November 2012 wegen irreführender Ratings zum Schadensersatz verurteilt worden. Zudem ist immer noch eine Klage der US-Regierung gegen S&P anhängig, die Ansprüche in Höhe von fünf Milliarden Dollar wegen zu guter Bewertungen anhängig.

Quelle: Fonds professionell, 29.04.2013