Mit Schwung ins neue Jahr 

Das Münchener Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung erhöht seine Wachstumsprognose für Deutschland im Jahr 2017 um 0,1 Prozent auf 1,5 Prozent. Auch die den Verbrauchern zur Verfügung stehenden Gelder für Anlageinvestitionen steigen.

Im Herbst hatte die Prognose der Münchner Wirtschaftsforscher 1,4 Prozent für 2017 betragen, am Freitag, 16. Dezember wurde sie auf 1,5 Prozent angehoben. „Alle Anzeichen deuten auf ein viertes Quartal 2016, das stärker ist als bislang gedacht“, erläuterte Ifo-Präsident Clemens Fuest den kleinen Nachschlag für die BIP-Erwartungen in den kommenden zwölf Monaten. „Diesen Schwung nehmen wir mit ins neue Jahr.“ Für das Jahr 2018 wird ein BIP-Plus von 1,7 Prozent vohergesagt.

Das prognostizierte Wachstum für das laufende Jahr wird weiterhin mit 1,9 Prozent angegeben – die Münchner Ökonomen bestätigten damit ihre gemeinsam mit anderen Forschungsinstituten im Herbst gegebene Prognose für 2016.

Andere Forschungsinstitute hatten zuletzt Wachstumszuwächse in ähnlicher Größenordnung prognostiziert: Das Berliner DIW und das Essener RWI haben unabhängig voneinander einen BIP-Zuwachs von 1,8 Prozent im laufenden und 1,2 Prozent im kommenden Jahr berechnet. Die Ökonomen des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) kalkulieren für dieses Jahr ein Plus von 1,9 Prozent und für 2017 immerhin 1,3 Prozent Wachstum.

Zuversichtlicher zeigt sich das Kieler Institut für Weltwirtschaft, das „trotz internationaler Unsicherheiten“ bei seiner Prognose eines BIP-Zuwachses von 1,9 Prozent in diesem und 1,7 Prozent im kommenden Jahr bleibt. 2018 sollen sogar 2 Prozent Wachstum in Deutschland erreicht werden.

Zahl der Erwerbstätigen steigt weiter

Ifo-Präsident Fuest wies bei der Bekanntgabe der frischen Zahlen darauf hin, dass die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland weiter steigen werde: von 43,5 Millionen im laufenden auf 43,8 Millionen in 2017 und 44,2 Millionen in 2018. Die Zahl der Arbeitslosen werde in allen drei Jahren stabil bei 2,7 Millionen verharren, ungeachtet des Zustroms von Migranten auf den Arbeitsmarkt. Die Quote haben die Münchener mit konstant 6,1 Prozent berechnet.

Bruttoanlageinvestitionen steigen kräftig

Auch auf den Konsum der Verbraucher geben die Ifo-Forscher einen Ausblick:  Die privaten Konsumausgaben dürften 2017 und 2018 lediglich um 1,2 Prozent zunehmen, 2019 aber wegen zu erwartenden Lohnzuwächsen wieder um 1,9 Prozent steigen.

Besonders kräftig fällt das Plus aus, das für Geldanlagen zur Verfügung steht: Die Bruttoanlageinvestitionen sollen dieses Jahr um 2,2 Prozent klettern, während 2017 1,8 Prozent veranschlagt werden. 2018 sollen die Gelder der Verbraucher für Bruttoanlageinvestitionen sogar um 3,1 Prozent anziehen.

Vor dem Hintergrund des auslaufenden Effekts des Ölpreisverfalls rechnen die ifo-Ökonomen mit einem leichten Anstieg der Inflationsrate um 0,5 Prozent in diesem Jahr auf 1,5 Prozent im kommenden Jahr. 2018 dürfte die Inflationsrate um 1,7 Prozent nach oben gehen. Ifo-Chef Clemens Fuest konstatiert bei Bekanntgabe der Zahlen, dass die deutsche Preisteuerung damit „nahe am Ziel der Europäischen Zentralbank“ sei. Seine in den vergangenen Monaten immer wieder geäußerte Forderung wiederholte er: „Da für den Euroraum insgesamt eine ähnliche Entwicklung erwartet wird, sollte die EZB den Ausstieg aus den Anleihekäufen beschleunigen.“

Quelle: Multi Asset Fonds,  16.12.2016