Marktwerte von Grundstücken besteuern 

Wohnungsmarkt: Die Bundesregierung will mit steuerlichen Sonderabschreibungen Anreize bieten, mehr preisgünstigen Wohnraum zu schaffen. Doch die Förderung ist nicht treffsicher kritisiert das IW Köln und verweist auf Studien Ergebnisse.

Bundesbauministerin Barbara Hendricks will mehr Geld für soziale Wohnraumförderung: bis zu 2 Milliarden Euro, schreiben übereinstimmend mehrere Medien. Zudem sollen über Abschreibungen Anreize gesetzt werden, auch preisgünstigen Wohnraum zu schaffen. Die Ministerin erhofft sich rund 100.000 neue Wohnungen.

Wohnungsbau scheitert nicht am Willen, sondern am Boden

Doch diese Vorhaben würden die Probleme am deutschen Wohnungsmarkt nicht lösen, ist sich das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) sicher. Ihrer Analyse zufolge, seien Investoren durchaus gewillt, zu bauen. Insbesondere die niedrigen Zinsen befeuern diesen Wunsch.
Doch die Städte weisen zu wenig Bauland aus und für Grundbesitzer lohnt es derzeit, Bauland in gefragten Lagen zurückzuhalten, da sich deren Wert um ca. 10 Prozent jährlich erhöht.

Die Wirtschaftswissenschaftler aus Köln kritisieren zudem, dass die Bedürftigkeit, um in eine Sozialwohnung einziehen zu dürfen, nur ein einziges mal nachgewiesen werden muss. Ändert sich der Status der Bewohner - zum Beispiel, weil eine gut bezahlte Stelle angetreten wird - müssen sie nicht aus der Sozialwohnung ausziehen, so das IW Köln.

Marktwert von Grundstücken sollte besteuert werden

Das IW Köln fordert, dass Staat, Städte und Gemeinden neues Bauland verfügbar machen und verstärkt in Infrastruktur investieren.
Zudem solle die Grundsteuer zugunsten einer Bodenwertsteuer abgeschafft werden: „Wenn der Marktwert eines Grundstücks besteuert wird, würde verhindert, dass Grundbesitzer Bauland zum Spekulieren zurückhalten“, erläutert IW-Ökonom Michael Voigtländer.
Statt auf sozialen Wohnungsbau sollte die Bundesregierung auf Wohngeld setzten, empfehlen die Kölner Ökonomen. Denn Wohngeld werde nur solange gezahlt, wie auch tatsächlich Bedürftigkeit bestehe. Weiterer Vorteil aus Sicht des IW Köln: Den Geförderten steht der gesamte Wohnungsmarkt zur Verfügung und nicht nur Sozialwohnungen.

07.03.2016