Konjunkturforscher schrauben Prognose auf 2,1 Prozent Wachstum hoch 

Die führenden deutschen Wirtschaftsinstitute haben gestern ihr Frühjahrsgutachten zur Konjunkturentwicklung veröffentlicht. Für das Jahr 2015 rechnen die Institutskonsortien mit 2,1 Prozent realem Wachstum der Wirtschaftsleistung, nachdem noch im Herbst von 1,2 Prozent ausgegangen wurde. „Der niedrige Ölpreis lässt den Deutschen mehr Geld für den Konsum, der niedrige Euro schiebt die Exporte an“, sagte Timo Wollmershäuser, Konjunkturchef beim ifo Institut. Für das kommende Jahr erwarten die Forschungsinstitute in ihrer Frühjahrsprognose 1,8 Prozent Wachstum. 2015 geht die Arbeitslosenquote demnach von 6,7 Prozent  auf 6,3 Prozent zurück, um dann im kommenden Jahr weiter auf 5,9 Prozent zu sinken.

Bei den Verbraucherpreisen erwarten die Forscher nur einen minimalen Anstieg um 0,5 Prozent in diesem und 1,3 Prozent im kommenden Jahr. Der Überschuss der deutschen Leistungsbilanz wird weiter auf einen neuen Rekordwert von 256 Milliarden Euro steigen; das sind 8,5 Prozent der Jahreswirtschaftsleistung. 2014 waren es knapp 220 Milliarden Euro (7,6%). Für das Jahr 2016 werden sogar 266 Milliarden erwartet (8,5%).

Der Staat (Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung) wird der Prognose zufolge nach 18 Milliarden Euro im Jahr 2014 knapp 21 Milliarden Euro Überschuss erwirtschaften. Im kommenden Jahr dürfte der Überschuss weiter auf knapp 26 Milliarden Euro steigen. Vor diesem Hintergrund ist nach Auffassung der Konjunkturforscher der Zeitpunkt für eine grundlegende Reform der Lohn- und Einkommensteuer günstiger denn je.

Quelle: König & Cie., 07.05.2015