"Historische Einigung": EZB übernimmt Bankenaufsicht in Europa 

Nach einer 14-stündigen Marathonsitzung haben sich die Finanzminister der Europäischen Union am Donnerstagmorgen auf eine zentrale Bankenaufsicht geeinigt – über 6.000 Banken der Euro-Zone sind ab 2014 einer einheitlichen Kontrolle unterworfen.

Nachdem Deutschland und Frankreich mit einem Kompromiss den Weg geebnet hatten schafften die EU-Finanzminister in den nächtlichen Verhandlungen den Durchbruch: Am 1. März 2014 soll die neue Aufsicht für die Banken in der Eurozone voll funktionsfähig sein – bis dahin laufe die Aufbauphase. Dies erklärten EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier und ein Sprecher der zyprischen EU-Ratspräsidentschaft. Barnier sprach von einer "historischen Einigung" und vom "ersten große Schritt für eine Bankenunion".

Gemäß der Einigung soll die EZB nur für Geldhäuser zuständig sein, deren Bilanzsumme mehr als 30 Milliarden Euro beträgt oder mehr als 20 Prozent der Wirtschaftskraft des Heimatlandes ausmacht – das betrifft in den 17 Euro-Ländern rund 200 Banken, andere EU-Staaten können sich freiwillig anschließen. Die ürigen Banken verbleiben unter der nationalen Aufsicht, allerdings soll die Notenbank auch das Recht haben, notfalls bei jeder der 6.000 Banken im gemeinsamen Währungsgebiets durchzugreifen. Laut Barnier einigten sich die EU-Finanzminister einstimmig auf das Mammutprojekt.

Quelle: Fonds professionell, 13.12.2012