Finanzstabilitätsrat will Schattenbanken strenger regulieren 

Der Finanzstabilitätsrat (FSB, Financial Stability Board), ein internationales Gremium, das die Reformbemühungen nach der Finanzkrise koordiniert, gab kürzlich Pläne zur strengeren Regulierung des Schattenbankensystems bekannt. Man wolle Hedgefonds, Geldmarktfonds und sonstigen Finanzinvestoren außerhalb des regulären Bankensystems, die aufgrund ihrer Größe und Macht aber gleichermaßen systemische Risiken verursachen können, in den Griff bekommen, heißt es dazu in einer Aussendung.

Als ersten Schritt will der FSB mithilfe der nationalen Aufsichtsbehörden die globale Größenordnung und Risiken der als Nichtbanken geltenden Kapitalsammelstellen evaluieren. Aufbauend darauf sollen die Auswirkungen eines Negativ-Szenarios innerhalb dieser Schattenbankensysteme auf das Finanzsystem beurteilt werden. Dazu soll etwa der Baseler Ausschuss der Bankenaufseher bis Juli 2012 die Abhängigkeiten zwischen Banken und Schattenbankern untersuchen. Die Verbindungen müssten genauer überwacht werden, forderte der FSB, dem der designierte EZB-Präsident Mario Draghi vorsitzt. Denn die weitgehend unregulierten Schattenbanken bergen systemische Risiken, etwa durch unerwarteten Einlagenabzug bei positiver Transformation von Kapitalbindungsfristen (Liquiditätstransformation) oder indem sie größere Finanzhebel erzeugen.

Schätzungen zufolge wuchs das Schattenbankensystem vor der Krise von 27 Billionen US-Dollar im Jahr 2002 auf 60 Billionen US-Dollar im Jahr 2007 an. Nach der Krise blieben die Volumina in etwa konstant.

Quelle:FONDS professionell, 28.10.2011