Defensive Mischfonds sind Krisengewinner 

Nach Einschätzungen der LBBW Asset Management gehören defensive Mischfonds zu den Gewinnern des aktuellen Marktumfelds. In Zeiten niedriger Zinsen und schwankender Aktienmärkte suchten Anleger nach einer ausgewogenen Mischung aus Renten- und Aktieninvestments.

In schwierigen Zeiten sind Anleger nach Beobachtungen der Fondsgesellschaft der Landesbank Baden-Württemberg an einer ausgewogenen Mischung aus Aktien- und Rentenanlage interessiert. Davon profitierten vor allen defensiv aufgestellte Mischfonds, die festverzinsliche Wertpapiere mit einem begrenzen Anteil an Aktieninvestments kombinierten. "Viele Investoren finden in defensiven  Mischfonds quasi eine 'Aktienanlage light', die ihnen zudem zumindest die Kaufkraft des Ersparten sichert", sagt Steffen Merker, der als Co-Fondsmanager den Aktienteil des Fondsportfolios im Fonds LBBW Multi Global R verantwortet. 

Hintergrund für die Wahl solcher Fonds sei auf der einen Seite die ultra-lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank, die die Zinsen für sichere Anlagen wie Bankeinlagen oder Staatsanleihen auf historische Tiefstände gedrückt hat. Auf der anderen Seite hätten viele Anleger im Augenblick aber auch Angst davor, zu viel Kapital in Aktien und andere riskantere Asset-Klassen zu investieren. Immerhin sind die Aktienmärkte nach einem steilen Aufstieg inzwischen wieder schwankungsanfällig geworden. 

Leitzinsen bleiben im Tief
Weil keine Anzeichen dafür bestehen, dass sich die Notenbankpolitik in Europa demnächst ändern könnte, wird die Nachfrage nach Mischfonds nach Ansicht der LBBW weiter steigen. "Aus unserer Sicht wird sich in Europa an den Leitzinsen auf absehbare Zeit überhaupt nichts verändern", so Christoph Groß, der den Anleiheteil des LBBW Multi Global managt. Bereits in den vergangenen Jahren war die Mischfonds-Nachfrage stark gestiegen. So lagen vor Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008 rund 55 Milliarden Euro in Produkten der Fondskategorie. Inzwischen sind es schon mehr als 140 Milliarden Euro.

Quelle: Fonds professionell, 30.09.2014