Chinas Wirtschaft wächst um 6,7 Prozent 

Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt wächst weniger als in den vergangenen Jahren, aber immer noch ordentlich. Sogar der IWF ist wieder etwas zuversichtlicher.

Im Umbau: Chinas Wirtschaft befindet sich inmitten einer gewaltigen Transformation. Das geht nicht ohne Turbulenzen ab.

Chinas Wirtschaft, die zweitgrößte der Welt, ist in den ersten drei Monaten dieses Jahres nach offiziellen Angaben um 6,7 Prozent gewachsen gegenüber dem Vorjahr. Das entspricht dem, was zuvor befragte Ökonomen im Schnitt erwartet hatten. Auch liegt die Rate innerhalb des Zielkorridors, den die Führung in Peking für dieses Jahr avisiert.

Zusammen mit dem Bruttoinlandsprodukt veröffentlichte weitere Zahlen deuten darauf hin, dass Chinas Wirtschaft dieses Jahr zwar wie geplant langsamer wachsen wird als in den Jahren zuvor, eine sogenannte harte Landung aber eher ausbleiben dürfte. Investitionen, Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätze wuchsen im ersten Jahresviertel sogar etwas stärker als zuvor mehrheitlich erwartet.

Der Sprecher des chinesischen Statistikamtes sprach von einem „guten Start“ ins Jahr. Das Wachstum gewinne wieder an Schwung.

Im Umbau

Kritischer sieht das der Präsident der Europäischen Handelskammer, Jörg Wuttke. Er kommentierte die neuen Zahlen so: „Es ist keine Wende, sondern nur ein vorübergehendes Luftholen.“ Die kommenden Monate würden eine „Wohlfühlphase erzeugen, aber die zugrundeliegenden Probleme durch wachsende Schuldenlast, Überkapazitäten, mangelnde Nachfrage und einen hyperaktiven Finanzsektor werden zum Jahresende die Rechnung präsentieren“.

Nicht nur die neuen Wachstumszahlen deuten daraufhin, dass sich die chinesische Wirtschaft nicht so schwach entwickelt wie besonders zu Beginn des Jahres Ökonomen und Finanzmarktanleger gelegentlich fürchteten. Die vor wenigen Tagen bekannt gegebenen chinesischen Exporte sind im März überraschend stark gestiegen nachdem sie in den ersten beiden Monaten sehr schwach ausgefallen waren. Die auf Umfragen unter Managern basierenden jüngsten Einkaufsmanager-Indizes waren etwas besser.

Und auch der Internationale Währungsfonds, der seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft gerade leicht verringerte, hob den Wert für China leicht an. Die Experten aus Washington erwarten für dieses Jahr nun ein chinesisches Wirtschaftswachstum von 6,5 Prozent. nach oben.

China befindet sich derzeit in einem Umbau seiner Wirtschaft - eher weg von Industrie und Exporten und hin zu mehr Konsum und Dienstleistungen. Dass so eine Umbruchphase nicht ohne Turbulenzen abläuft, darüber sind sich die Experten ziemlich einig

Quelle: König & Cie, 15.04.2016