Buffett: "Gold ist tendenziell eher wertlos" 

Starinvestor Warren Buffett hält nach wie vor nichts von Goldinvestments und er lehnt auch Anleihenkäufe ab, wie zuletzt viele angelsächsische Medien berichteten. Beide Anlageklassen bieten demnach keine echte Sicherheit und seien insofern nur bedingt empfehlenswert bzw. als ‚sicherer Hafen‘ für risikoscheue Anleger zu empfehlen. Der 81-jährige Starinvestor geht sogar noch einen Schritt weiter: In Wahrheit würden währungsbasierten Investments – zu denen er auch Geldmarktfonds oder Spareinlagen auf Bankkonten zählt – zu den „gefährlichsten Vermögenswerten überhaupt“ gehören, wie er in einem Gastbeitrag für die kommende Ausgabe von ‚Fortune‘ schreibt.

Niedriges Zinsumfeld als Stolperfalle
Das aktuell niedrige Zinsumfeld führt Buffett zufolge dazu, dass die Zinsen von Sparbüchern wie auch von Anleihen langfristig von der Inflation aufgefressen würden und auf kürzere Sicht „noch nicht einmal annähernd den Verlust an Kaufkraft kompensieren, den Anleger riskieren“.  Beide Finanzinstrumente würden sich nur in Hochzinsphasen überproportional rentieren, wie man Anfang der 80er Jahre gut beobachten konnte. Angesichts dessen sollten Staatsanleihen sogar am besten mit Warnhinweisen versehen werden, wie Buffett in seinem Artikel schreibt.

Gänzlich watscht er die heimischen US-Staatsanleihen aber nicht ab, denn trotz der niedrigen Zinsen hätten die Papiere Buffett zufolge einen großen Vorteil: „Sie sind das einzige Investment, das auch unter chaotischen Verhältnissen zu Geld gemacht werden kann.“ – kein Wunder also, dass Buffets Holding Berkshire Hathaway selbst etliche Milliarden in US-Staatspapiere gesteckt hat.

"Gold ist nutzlos"
Auch Gold gilt als sichere Anlage, die sich auch in schwierigen Zeiten liquidieren lässt, weil sie immer Abnehmer findet. Diese Ansicht ist laut Buffett gefährlich, weil der Wert des Edelmetalls wegen des fehlenden Nutzwerts fast ausschließlich von der Nachfrage abhängig sei. Dazu komme, dass Gold – anders als Anleihen – auch keine Zinsen abwerfe, was es in der Summe zu einem "nicht sehr nützlichen" und tendenziell eher wertlosem Asset macht, das keinen inhärenten Wert besitze, sondern in erster Linie von den Zukunftshoffnungen der Anleger getrieben werde.  Als warnendes Beispiel für eine solche Situation führt er die legendäre Tulpenhausse an, bei der es im 17. Jahrhundert in Holland zu gewaltigen Preisanstiegen bei Tulpenzwiebeln kam, und die dann im völligen Zusammenbruch des Marktes endete.

Der Goldpreis könne dabei durchaus noch längere Zeit weiter steigen, unterm Strich sei der Edelmetallkurs aber „eine sich selbst-aufheizende Blase“, und bei Blasen gelte die allgemeine Regel, dass sie platzen, wenn sie zu groß sind,  Buffett dazu: „Was der weise Mann am Anfang macht, machet der Narr am Ende.“ Buffett setzt weiter auf Investitionen in Unternehmen, Farmen und Immobilien. Im Idealfall können diese Asset-Klassen auch in inflationären Zeiten Erträge erwirtschaften.

Quelle: FONDS professionell, 14.02.2012