Allianz-Umfrage: Weiterhin großes Investoren-Vertrauen in den Euro 

Eine aktuelle Umfrage von Allianz Global Investors unter institutionellen Anlegern in elf europäischen Ländern zeigt: Acht von zehn europäischen institutionellen Investoren glauben an den Fortbestand des Euro – dabei erweist sich Kontinentaleuropa optimistischer als Großbritannien.

Acht von zehn Investoren zuversichtlich
Trotz der Staatsschuldenkrise in der Eurozone sind europäische institutionelle Investoren zuversichtlich, dass die gemeinsame Währung in der aktuellen Form fortbestehen bleibt. Der Umfrage zufolge erwarten 80 Prozent der Unternehmen, dass der Euro die aktuellen Herausforderungen überstehen wird. Gleichzeitig äußerten sich 42 Prozent der Befragten davon überzeugt, dass der Stabilitätsmechanismus innerhalb der Eurozone künftig gestärkt werden wird. 25 Prozent gingen davon aus, dass die Einführung von Eurobonds die wahrscheinlichste Modifikation sein wird. Einer Fiskalunion, die in der aktuellen politischen Diskussion vielfach als Voraussetzung für eine nachhaltige Stabilisierung angesehen wird, werden dagegen auf absehbare Zeit vergleichsweise geringe Chancen eingeräumt. Nur elf Prozent der befragten institutionellen Anleger sahen dies als die wahrscheinlichste Maßnahme an.

"Die Kosten eines Auseinanderbrechens wären prohibitiv. Vielmehr sehen wir, dass die Anstrengungen der Politiker in der Eurozone deutlich zugenommen haben. Auch wenn noch nicht klar ist, ob es eine stärkere Beteiligung des privaten Sektors an einem Schuldenschnitt als die im Juli vorgeschlagenen rund 20 Prozent geben wird, sehen wir keinen Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone. Dessen ungeachtet, sind wir uns allerdings des Einflusses der politischen Risiken auf das aktuelle Kapitalmarktgeschehen bewusst", meint Andreas Utermann, Investmentexperte von RCM/Allianz Global Investors.

Skeptische Briten, optimistischeres Kontinentaleuropa
im Hinblick auf die Zukunftserwartungen für die EurozoneI ergaben sich bei einer Länderbetrachtung markante Unterschiede. So erweisen sich institutionelle Investoren in Großbritannien als die stärksten Skeptiker: 41 Prozent der Befragten dort äußern Zweifel daran, dass der Euro in der aktuellen Form überleben wird. Ein Teil dieser Gruppe äußert explizit die Erwartung, dass Griechenland zahlungsunfähig und aus der Währungsunion austreten werde. Im Gegensatz dazu gehen in Deutschland, Österreich und Frankreich die große Mehrheit der Befragten – und in Italien sogar sämtliche teilnehmenden Investoren – davon aus, dass der Euro die gegenwärtigen Herausforderungen überleben werde. "Euro-Skeptizismus in Großbritannien ist nichts Neues. Allerdings nimmt die Einsicht zu, dass Großbritannien auch als Nicht-Teilnehmer an der Währungsunion von einem stabilen Euro profitiert. Schließlich sind die wirtschaftlichen und finanziellen Beziehungen sehr eng. Auch die jüngsten Äußerungen des britischen Premierministers David Cameron, in denen er die europäischen Regierungschefs zu durchgreifenden Maßnahmen aufruft, zeigen dies deutlich", erklärt Utermann abschließend.

Zur Umfrage: Allianz Global Investors befragte im September 2011 in 11 europäischen Ländern 140 institutionelle Investoren unterschiedlicher Gesellschaften, die für das Investment oder die Beratung von insgesamt über 900 Milliarden Euro Anlagevermögen verantwortlich sind. Die Umfrage fand in Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Schweden und der Schweiz statt.

Quelle:FONDS professionell, 18.10.2011